Aktueller Stand zum Thema Erhalt des Surfreviers Wismarer Bucht und Salzhaff

20.11.2015 11:16 News

Ahoi Wassersportfreunde,

an dieser Stelle wollen wir euch kurz und knapp über den aktuellen Stand zum Thema Surfrevier Wismarer Bucht und Salzhaff informieren.

Am 12. November sind der Runde Tisch, der Wismarer Surfverein und Supremesurf medienwirksam aus der Freiwilligen Vereinbarung Wismarbucht (FVW) ausgetreten. Dieser Schritt war notwendig, um den Druck auf des StALU (Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt) und das Umweltministerium zu erhöhen und um endlich echte, konsensorientierte Lösungen für unseren Sport zu finden. Sicher werden unserem Austritt aus der freiwilligen Vereinbarung Wismarbucht (FVW) noch weitere folgen, da fast alle Wassersportler die gleichen Probleme haben.

Auch wenn die Befahrensregelungen der FVW für uns ihre Gültigkeit verloren haben,

empfiehlt der Runde Tisch allen Surfen und Kitern, die auf unseren Gewässern unterwegs sind:

-respektiert die bestehenden Naturschutzgebiete

-surft und kitet auf Euren Homespots angemessen (haltet Euch möglichst von Vogelschwärmen fern)

-haltet die Spots/Einstiegszonen sauber

-nehmt Rücksicht auf andere Strandnutzer wie Spaziergänger, Badende, Reiter usw.

Der Runde Tisch ist zu weiteren Gesprächen mit dem Ministerium bereit und diese wird es sicher auch geben. Dazu ist eine starke Verhandlungsposition nötig. Die haben wir jetzt. Sorgen wir dafür, daß das so bleibt!

        

                                                     Symbolischer Akt: die freiwillige Vereinbarung wird zerrissen.

 

Den vollen Wortlaut der Pressemitteilung zum Austritt aus der freiwilligen Vereinbarung findet ihr im Folgenden:

                                                                                                                                

Pressemitteilung

Wassersportler fürchten Verbotswelle                                      

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

kaum eine Trendsportart entwickelte sich in Mecklenburg-Vorpommern in den letzten Jahren so erfolgreich wie das Kitesurfen. Mit Bildern von Surfern und Kitesurfern versucht das Land junge Leute nach MV zu locken. Doch damit könnte bald Schluss sein: denn die Landesregierung will das Kitesurfen und andere moderne Wassersportarten in der Wismarer Bucht einschränken oder sogar verbieten.

„Das Marktvolumen deutscher Wassertouristen wird auf 20 Millionen geschätzt. Junge Gäste schätzen zunehmend das Angebot des Urlaubslandes Mecklenburg-Vorpommern, das attraktive Paddel- und Surfreviere mit entsprechender Infrastruktur bietet," sagte Bernd Fischer, Geschäftsführer des Landestourismusverbandes. "Um diese Gäste werben wir seit Jahren mit maßgeschneiderten Produkten wie der Surfmap, die die besten Reviere im Nordosten listet, bis hin zu entsprechenden Veröffentlichungen in den Social-Media-Kanälen“, so Fischer weiter.

Der aktuelle Managementplan für das Europäische Schutzgebiet "Wismarer Bucht und Salzhaff“ des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt, das dem Umweltminister Till Backhaus (SPD) untersteht, ist für Wassersportler so nicht umsetzbar. Die freiwillige Vereinbarung mit den betroffenen Vereinen, die laut EU-Richtlinie Teil des Managementplans sein müsste, und auf einem Konsens aller Beteiligten beruhen sollte, findet in dem Plan keinerlei Beachtung. Diese nachlässige und achtlose Umweltpolitik ist inakzeptabel, deshalb werden die Wassersportler der Wismarer Bucht aus der freiwilligen Vereinbarung, die mit dem Umweltministerium geschlossen wurde, austreten und fordern andere betroffene Vereine auf, ihrem Beispiel zu folgen.

Der Managementplan muss bis Ende des Jahres fertiggestellt werden, da Mecklenburg-Vorpommern sonst Sanktionen der EU zu befürchten hat. Fördergelder müssten zurückgezahlt werden. „Eine aus Zeitgründen oberflächliche und nachlässige Bearbeitung auf Kosten der Wassersportler, können und wollen wir nicht hinnehmen“, sagt Olaf Kriete vom Surfverein Wismar.

Obwohl zahlreiche Studien belegen, dass das Kitesurfen nur eine sehr geringe, zu vernachlässigende Scheuchwirkung auf Vögel hat, wollen verschiedene Tier- und Umweltschutzorganisationen das Kitesurfen und andere moderne Wassersportarten Stück für Stück eingrenzen oder gar unterbinden. Die Wassersportler der Wismarer Bucht sprechen sich klar dafür aus, schützenswerte Gebiete zu bewahren, für klare Regeln und Beschilderungen an Wassersportgebieten und signalisieren Kommunikationsbereitschaft mit allen Interessengruppen.

 

Rostock, 12. November 2015

Die Wassersportler der Wismarer Bucht